Bitcoin: Der „Angst- und Gier-Index“ verzeichnet seit vier Wochen eine „Extreme Gier“ der Anleger

Kaum gefeiert, schon gefallen. Das seit Wochen prophezeite Allzeithoch des Bitcoin war nicht von langer Dauer. Die neue ATH- (Alltimehigh) Zeitrechnung des Bitcoin wurde von den Kryptobörsen am 30. November eingeläutet. Der seit März von 3900 auf 19.990 Dollar gestiegene Kurs machte schon bald einen kräftigen Rücksetzer. Am ersten Dezembertag wiederholte sich das spannende Spiel. Die Eingeweihten wissen, nichts ist im BTC-Universum so wandlungsfähig wie der Kurs. Das letzte Allzeithoch wurde am 19. Dezember 2017 notiert. Damals war der Kursanstieg auf ein Heer kaufwütiger Privatanleger zurückzuführen. Heuer sorgen kapitalkräftige Institutionen für eine beeindruckende Bullen-Ralley. Den größten Beutezug machte der kaufwütige Grayscale Bitcoin Trust, der inzwischen eine halbe Million Bitcoin im Wert von 8,35 Milliarden US-Dollar kaufte. Die Software-Firma „MicroStrategys“ übernahm BTC im Wert von 425 Millionen US-Dollar. Erst vor wenigen Tagen wurden weitere 2574 Bitcoins zum Preis von 50 Millionen Dollar (!!!) eingekauft und damit das Depot auf rund 41.000 BTC aufgestockt. Squares machte ein BTC-Investment in Höhe von 50 Millionen bekannt, Guggenheim kündigte an eine halbe Million Dollar in den Krypto Markt stecken.

Auch Paypal gehört seit wenigen Wochen zu den Großkunden der Kryprobörsen. Der Zahlungsdienstleiter PayPal teilte mit, dass jeder fünfte Kunde den Krypto-Service in Anspruch nahm. Zwei Drittel seiner 346 Millionen Nutzer planen BTCs in Zukunft für Einkäufe zu nutzen. Der bisher exklusiv für den amerikanischen Markt geöffnete Service soll 2021 weltweit nutzbar werden.
Travis Kling, von Ikigai Asset Management, sieht den BTC deshalb nicht ohne Grund, als eine erst am Anfang seiner Entwicklung stehendes Asset. Viele Finanzfachleute vermuten eine explosionsartige Zunahme des BTC-Wertes. Die Broker von AvaTrade, denken zum Beispiel, dass der BTC im nächsten Jahr 100.000 Dollar erreicht. Der Hedgefond „Off the Chain Capital“ glaubt, dass BTCs Ende 2021 einen Preis von 288000 Dollar erzielen. Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Citigroup-Analysten Tom Fitzpatrick traut Bitcoin im kommenden Jahr sogar einen Anstieg auf bis zu 318000 Dollar zu. Tyler Winklevoss verbreitet ebenfalls, wie immer, Optimismus und sieht erst bei einen BTC-Preis von 500.000 Dollar das Ende der Fadenstange erreicht.

Der international renommierte britische Historiker Niall Ferguson, ein Spezialist für Finanz- und Wirtschaftsgeschichte, gab Joe Biden in einer von Bloomberg publizierten Kolumne, den Rat, das Krypto-Gold in das US-Finanzsystem zu integrieren. Da ist nicht erstaunlich, dass der „Angst- und Gier-Index“ seit vier Wochen eine „Extreme Gier“ der Anleger verzeichnet.