„Ich schieb es Dir hinten und vorne rein“

Ich schieb es Dir hinten und vorne rein
Es war ein Moment zum Genießen. Ein bitter aufstoßender Augenblick der Wahrheit, den Maria Adorf genüßlich zelebrierte. Der geniale Schauspieler spielte in der Fernsehserie „Kir Royal“ die Rolle eines grosskotzigen Fabrikanten. Er wollte, koste es was es wolle, in der Klatschspalte eines Münchner Boulevardblatts den dicken Max markieren. Als sich der Schickimicki-Reporter Schimmerlos (gespielt von Franz Xaver Kroetz) weigerte, tobte der Fabrikant: „Ich kauf Dich einfach. Ich kauf Dir ne Villa, da stell ich Dir noch´n Ferrari davor. Ich schieb es Dir hinten und vorne rein. Ich scheiß Dich so was von zu mit meinem Geld, dass Du keine ruhige Minute mehr hast. Und die Versuchung ist so groß, da nimmst´s und dann hab ich Dich, dann gehörste mir. Und dann biste mein Knecht.“
Mit der gleichen Methode versuchen auch die Regierungen der Industriestaaten den jähen Absturz der Wirtschaft aufzuhalten. Die US-Notenbank kauft Staatsanleihen in unbegrenzter Höhe. 300 Milliarden sind für Unternehmenskredite vorgesehen. Der Leitzins wurde auf nahezu Null gesenkt. Die Ankündigungen zündeten das Triebwerk des Börsenhandels. Der Dow Jones vollbrachte am gestrigen Dienstag den größten Kurssprung seit 1933 und stieg um11,4 Prozent, berichtete die Süddeutsche Zeitung (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/boerse-aktuell-coronavirus-dax-dow-jones-1.4839557).

In der Nacht einigte sich der US-Kongress eine Corona-Hilfspaket von 2 Billionen Dollar auf den Weg zu bringen. Mit dieser Summe könnten theoretisch knapp 300 Millionen Bitcoin gekauft werden, berechnete der Coinkurier (https://www.coinkurier.de/2-billionen-hilfspaket-gegen-corona-so-wird-bitcoin-btc-profitieren/) Dies ist natürlich unmöglich, da die Herausgabe von Bitcoins auf 21 Millionen begrenzt.

Auch der deutsche Dax legte um knapp 11 Prozent zu und schaffte damit seinen größten Tagesgewinn seit Oktober 2008. Flankierend flutete die FED den Markt mit frisch gedruckten Geld. Die Schuldenbremse der EU ist aufgehoben, auch in Griechenland und Italien regiert das Fiat-Prinzip der wundersamen Geldvermehrung. Da der Bitcoin ebenfalls in den Abgrund stürzte, wurde sein neu erworbener Nimbus als „sicherer Hafen“ der Geldanlage schwer erschüttert. Inzwischen hat sich der Kurs von 3500 Dollar auf z.Z. 6600 Dollar gut erholt. Allein in den letzten beiden Tagen konnte zeitweise ein Zuwachs von fast 30 % erzielt werden.

„Die Billionen von USD, die gedruckt werden, werden in der Geschichte beispiellos sein. Ich denke, sobald sich der Staub von Liquidationen, Margenaufforderungen und völliger Panik gelegt hat, wird Bitcoin seine Stärke gegenüber dem unbegrenzten Fiat-Druck zeigen“, sagte Alan Silbert, Geschäftsführer von INX. Mati Greenspan, Gründer von Quantum Economics, stimmte zu und erklärte: „Dies ist der Grund, warum Bitcoin geschaffen wurde. Eines der Hauptziele von Bitcoin ist es, der Vorstellung entgegenzuwirken, dass die Geldschöpfung unerschöpflich sein kann.“ (https://coin-hero.de/news/bitcoin/fed-kann-unendlich-viel-geld-drucken-fluch-oder-segen-fuer-bitcoin/)

Michael Novogratz, der Gründer von Galaxy Digital, twitterte gestern: „Let’s go $BTC. Steig auf Dein Pferd und reite.“ Für ihn ist 2020 „das Jahr von Bitcoin“. Andere Experten behaupten das Gegenteil und sagen einen weiteren Kurssturz voraus. Es ist wie immer, niemand weiß was Genaues. Der Bitcoin ist im Augenblick höchst volatil und steigt und fällt wie ein defektes Fieberthermometer. Am Ende sind sich aber alle Kryptofachleute einig. Auf Dauer ist der Aufstieg des Bitcoins unaufhaltsam. Das digitale Gold kann ohne Umwege transferiert werden und bietet gegenüber der unvermeidlichen Inflationierung des Fiatgelds, eine auf Dauer solide, von den Banken unabhängige, fälschungssichere Digitalwährung.