Bitcoin – Michaeli – Star Wars – Anthropsosophie

Heute ist Michaeli. Ein ganz besonderer Tag. Immer eine ganz besondere Zeit des Jahres. Vielen sind die Zusammenhänge zu diesem Abschnitt des Jahres, aber auch generell zu unserer Menschenentwicklung und damit Weltenentwicklung nicht bewusst. In den sogenannten öffentlichen Schulen und öffentlichen Universitäten hören und lernen wir dazu praktisch nichts.

Michaeli-Stimmung
„Natur, dein mütterliches Sein,
Ich trage es in meinem Willenswesen;
Und meines Willens Feuermacht,
Sie stählet meines Geistes Triebe,
Dass Sie gebären Selbstgefühl,
Zu tragen mich in mir.“

(aus: Anthroposophischer Seelenkaldender, Dr. Rudolf Steiner)

Zum Glück gibt es aber bereits seit über 100 Jahren die Anthroposophie, welche für jeden, der sich dafür öffnet und damit beschäftigt Klarheit, Wissen und Weisheit bereithält. Als kleine Kostprobe finden Sie anbei einen Vortrag von Dr. Rudolf Steiner, gehalten am 15. Oktober 1923. Hoffentlich berührt und inspiriert er Sie mindestens so wie mich, und jene Menschen in meinem Umfeld, mit denen ich diesen Vortrag am Freitag vor einer Woche zusammen lesen und diskutieren durfte.

Vortrag:   DIE MICHAEL-IMAGINATIONGEISTIGE MEILENZEIGER IM JAHRESLAUF_5. Oktober 1923 ( 1,5 MB)

Und was hat das bitte schön alles mit Star Wars und BitCoin zu tun? Sehr viel!
In der aktuellen Ausgabe „Ein Nachrichtenblatt Nr.19/2017“ fand ich einen Artikel über den Zusammenhang der Episoden von Star Wars und seiner Inspirationsquelle Anthroposophie. Diesen Sommer habe ich mir wieder alle Star Wars Ur-Episoden (I-VI) und auch die Episode VII und Rouge One angesehen. Dies deshalb, weil ich nach dem intensiven Studium der Geisteswissenschaften/Anthroposophie in diesem Jahr und den momentanen Entwicklungen in der ganzen Welt, nicht zuletzt auch durch die Entstehung der Bitcoin-Blockchain, ganz intensiv die Zusammenhänge zwischen diesem Filmepos und unsere momentane Weltenentwicklung spürte. So staunte ich nicht schlecht, als ich in der aktuellen Ausgabe von „Ein Nachrichtenblatt Nr. 19 – Michaelschwert 2017“ den Artikel „Wie die Anthroposophie einen Film-Mythos inspirierte – STAR WARS – Krieg der Götter von Ingo Hoppe las. Man nennt so etwas Synchronizität der Ereignisse:

Hier originale Auszüge aus dem Artikel:
Anthroposophie in Star Wars
Es ist kein Geheimnis, dass Lucas seine (Adoptiv-)Kinder auf die Waldorfschule schickte. Schon 1978 hatte Lucas die Marin Waldorf School durch Star Wars-Benefizkonzerte finanziell unterstützt. Auch wird von vertrauenswürdiger Quelle bezeugt, dass er sich mit Steiners Schriften befasste. Er wirkte im sogenannten «Raphael-Kreis» mit, wo er sich laut Bericht einer Teilnehmerin lebhaft an der Diskussion anthroposophischer Themen beteiligte.

Erstaunlich sind zudem Aussagen Waldorfpädagogen Dr. Douglas Gabriel. Er behauptet u.a. in einer schriftlichen Erklärung, selbst am Drehbuch der ersten Star Wars-Filme mitgewirkt zu haben. Dies im Rahmen eines dreitägigen Thinktanks auf Einladung von Marcia Lucas, der damaligen Frau von George Lucas. Sie spielte eine bislang unterschätzte Rolle bei der Produktion der ersten Star Wars-Filme, wie neue biographische Studien belegen.

Der bekannte Anthroposoph Werner Glas hatte den Thinktank arrangiert und mit den Worten eingeleitet: «Marcia ist vertraut mit der Anthroposophie und der Arbeit Rudolf Steiners und braucht unsere Hilfe für die Gestaltung des Drehbuchs […]. Und sie hatte ergänzt: Das Kino soll dazu benutzt werden, «dem Publikum wichtige Botschaften zu vermitteln und eine spirituelle Geschichte zu erzählen, die eine gute Grundlage in der Wahrheit hat.

Der Mythos unserer Zeit
Es würde ein dickes Buch füllen, im Detail zu belegen, ob und inwiefern Steiners spiritueller Kosmos in Lucas‘ virtuellem Weltraumdrama enthalten ist. Einige Philosophen sind bereits auf einer heissen Spur. Sie sagen, Star Wars sei im Grunde genommen der «Mythos unserer Zeit». In Form moderner mythologischer Bilder werde hier das Drama der Gegenwart auf die Leinwand projiziert. Es handelt sich demzufolge nicht um das blosse Wiederkäuen antiker Mythen, sondern um die Schöpfung eines neuen Mythos.

Das passt insofern zur Anthroposophie, als auch sie in gewisser Beziehung als eine Art «neuer Mythos» aufgefasst werden kann (allerdings mit wissenschaftlichem Anspruch). Denn auch sie beschreibt das äussere Geschehen als Ausdruck des Wirkens geistiger Wesen. Wie antike Mythen versteht auch sie Planetennamen wie Jupiter, Venus oder Saturn zugleich als Namen für Götter. Mythologisch betrachtet bedeutet „Krieg der Sterne“ (Star Wars) letztlich dasselbe wie „Krieg der Götter“. Götter kämpfen gegeneinander, nicht die Sterne als solche, die lediglich deren Wohnstätten sind.

In Star Wars sind es übermenschliche Fantasy-Wesen wie Jabba der Hutte auf dem heissen Wüstenplaneten «Tatooine» oder dessen Gegenpol Darth Vader auf dem kalten Maschinenplaneten «Todesstern ». «Darth Vader ist ein Wesen, das wir in der Anthroposophie‚ ‘Ahriman‘ nennen», erklärt Gabriel. Die Parallelen sind tatsächlich frappierend. Entsprechend kann Jabba mit dem «Luzifer» der Anthroposophie identifiziert werden, der den Gegenpol Ahriman darstellt.

Diese Polarität des Bösen, repräsentiert durch Jabba und Vader, stimmt bis in viele Einzelheiten mit Steiners Lehre über Luzifer und Ahriman zusammen. Jabba ist weich, aufgedunsen, fett. Vader hingegen hart und sklerotisch. Jabba geniesst die sinnlichen Freuden des Lebens, haust in einer schmuddeligen Lasterhöhle und lacht auch gerne mal schallend. Der Kontrollfreak Vader hingegen versteht keinen Spass. Pedantisch und freudlos beherrscht er einen blitzblanken Maschinenplaneten, der Angst und Schrecken im Universum verbreitet.

Jedi-Ritter und Michaeliten
Das zuversichtliche Motiv des Lichtschwerts, das durch Star Wars weltberühmt wurde, stammt nach Aussagen Gabriels aus der Anthroposophie. Es ist in Waldorfkreisen von jeher bekannt. Auch George Lucas‘ Kinder haben wahrscheinlich während der Michaeli-Zeit im Herbst Schulhefte mit dem «Flammenschwert» Ritter Georgs heimgebracht. In dem sogenannten «Jahreszeitenbuch » der Waldorfschulen trägt eine Geschichte sogar explizit den Titel «Das Lichtschwert».

Die Autorinnen haben sie nach Motiven alter Michaelslegenden geschrieben. Im Puppentheater am Goetheanum in Dornach wird es regelmässig aufgeführt. Es schildert, wie ein Ritter mit Hilfe eines Flammenschwerts, das ihm Erzengel Michael aushändigt, einen Drachen besiegt. In Star Wars heissen diejenigen, die mit dem Flammenschwert gegen «Darth-Ahriman» kämpfen, «Jedi- Ritter». Die Anthroposophie nennt sie Michaeliten», Menschen mit einer Affinität zu selbständiger geisteswissenschaftlicher Urteilskraft.

Der Kampf der Michaeliten gegen Ahriman, den Star Wars thematisiert, entspricht aus anthroposophischer Sicht ziemlich genau dem, was sich gegenwärtig in unserer Zivilisation abspielt. Materialismus, Machtpolitik, totale Maschinisierung usw. sind Facetten Ahrimans, dem sich die Michaeliten mit dem Lichtschwert des freien Denkens entgegenstellen.

Autorennotitz:
Ingo Hoppe ist Autor des Buchs Mysterienkultur – Wege zu einer Zivilisation mit Zukunft (im Selbstverlag
bestellbar bei: freieuniversitaet@gmx.ch). Desweiteren von ihm erschienen sind: Wladimir Solowjew, Eine
kurze Erzählung vom Antichrist, Verlag Urachhaus; Der freiheitliche Universitätsbegriff Wilhelm von Humboldts (FIU-Verlag); Die Esoterik des Singens (freieuniversitaet@gmx.ch). Hoppe ist Mitbegründer des
Verein für freies Geistesleben (VFG) und engagiert sich für den Aufbau einer Freien Akademie (freieakademie.com).

Der Beitrag erschien bereits in GEGENWART 2/2017 und wurde für diese Ausgabe leicht überarbeitet

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