Zur momentanen Bitcoin-Entwicklung – Eine Erinnerung an die Einführung der Kreditkarten

Weil wir ja immer wenn sich eine Entwicklung stabilisiert hat und nahezu perfekt läuft, so schnell vergessen, wie mühevoll und durchaus auch schwierig alles am Anfang war. Aber wie bei allem, so auch hier, gilt vor allem ein Motto: „Wo ein Wille, da ein Weg!“

Amüsant und geradezu satirisch anmutend der Artikel aus dem Spiegel vom 8.6.1992. Vielleicht hilft er ja dem Einen oder Anderen, seine Ressentiments gegenüber den neuen Technologien ein wenig abzubauen. Wer sich die Zeit nimmt diesen Artikel bis zum Ende zu lesen, wird feststellen, dass die BitCoin-Blockchain und der Bitcoin schon heute hunderte Mal weiter und ausgereifter sind, als alles, was bis dato seitens der Banken und Zahlungsanbieter je in den letzten Jahrzehnten an den Start gegangen ist. Eines der wichtigsten Dinge: Die Bitcoin-Blockchain wurde in ihrem bereits 8-jährigen Bestehen noch nie gehakt!

Spiegel vom 8.6.1992 „Da kann man Geld abzocken“

Binnen zwei Jahren hat sich die Zahl der Kreditkarten in Deutschland verdoppelt, der Betrugsschaden aber vervierfacht. Internationale Banden nutzen die Schwächen des Plastikgeldes. Zugleich häufen sich bei den Verbraucherzentralen Klagen über Nepp und Abrechnungspannen – die Kreditkarten verlieren an Kredit.
Nach getaner Arbeit gönnten sich die Diebe erst mal ein üppiges Diner. Sie hatten, wie es schien, einen Mordshunger, denn die Verzehrrechnung, die sie mit der gestohlenen Kreditkarte der Hamburger Stewardess Petra Krogmann bezahlten, belief sich auf stolze 1830 Mark. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Für das Geld hätte bei „Papi Paella“, einer Kaschemme nahe dem Hamburger Fernsehturm, ein kleineres Unternehmen eine komplette Betriebsfeier abhalten können.

American Express hatte den Kneipenwirt schon länger auf dem Kieker. Der Gastronom steht im Verdacht, mit Kreditkarten fiktive Umsätze zu machen – eine Deliktform, die in Deutschland derzeit in Mode kommt. Das Kreditkarten-Unternehmen belastet das Kartenkonto mit dem _(* American Express in Frankfurt. ) eingesetzten Betrag und schreibt ihn, abzüglich Provision („Disagio“), dem Vertragspartner gut.

Mit gestohlenen Kreditkarten, ermittelte die Hamburger Polizei, schrieb sich der „Papi Paella“-Wirt an einem Tag bis zu 20 000 Mark gut. Die Kriminalisten argwöhnten, daß sich in dem hanseatischen Lokal abspielt, was bislang eine Spezialität der Mafia war und in Italien, nach Erkenntnissen von Sicherheitsexperten, bereits „zur Landplage geworden ist“ – Schutzgeld-Erpressung. Die Erpresser räubern die Ladenkasse aus, aber sie halten den Wirt schadlos, indem sie ein Bündel gefälschter oder geklauter Plastikkarten mitbringen. Die kann der Kneipier mit dem Kartendrucker („Imprinter“) abrubbeln, als ob Gäste bei ihm gespeist hätten – die Kartenunternehmen erstatten ja das Geld für die Belege.

Je mehr die 85 mal 54 Millimeter großen Rechtecke aus Polyvinylchlorid (PVC) das Papiergeld ersetzen, desto bizarrer werden die Tricks, desto dreister die Täter, desto größer die Betrugsschäden.Auch in Deutschland ist, mit Verzögerung, das Plastikzeitalter angebrochen. Binnen zwei Jahren hat sich die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten von 3,4 Millionen auf gut 6 Millionen erhöht. Jahrelang hatten die Deutschen als ein Volk von rückständigen Barzahlern gegolten, jetzt verfügt schon jeder achte Haushalt über mindestens eine Kreditkarte. Bernd Heiss, Mitglied der Geschäftsleitung des Diners Club, staunt selbst über die „metastasenartige Verbreitung“.

Die Wucherungen des Zahlungssystems machen es – Kehrseite des Kartenbooms – leichter verwundbar. Nicht nur internationalen Gangsterbanden bietet es größere Angriffsflächen. Das Plastikgeld lockt auch eine Klientel an, die eher kreditbedürftig als kreditwürdig ist. Der Riesenumsatz mit Kreditkarten – voriges Jahr rund 30 Milliarden Mark – steigert zudem den Verdruß unter Käufern und Kaufleuten. Bei den Verbraucherzentralen stapeln sich Beschwerdebriefe über Nepp und Pannen.
Da werden Kartenkonten mit demselben Leistungsbeleg mehrfach belastet, überhöhte Beträge in Rechnung gestellt, landen Irrläufer bei falschen Kunden. Viele Karteninhaber ärgern sich zudem über allerlei Extra-Gebühren, die ihnen in den bunten Reklamebroschüren verschwiegen wurden.

„Mit dem Eintritt ins Massengeschäft“, konstatiert die Stiftung Warentest, „häufen sich auch die rechtlichen Probleme“ – die Kreditkarte büßt ihren Kredit ein. Doppelt so schnell wie die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten steigt die Kriminalitätsrate: Der Betrugsschaden hat sich nach Schätzungen des Bundeskriminalamts (BKA) gegenüber 1989 vervierfacht, auf rund 100 Millionen Mark.

Den überproportionalen Zuwachs der Verlustquote erklärt Eurocard-Geschäftsführer Detlev Buchal mit dem „organisierten Mißbrauch durch weltweit operierende Banden“. Deren Aktivitäten hält auch Siegfried Reichinger, unlängst pensionierter BKA-Experte, für „besorgniserregend“: Die Machenschaften der Kreditkarten-Haie könnten, sagt der langjährige Abteilungsdirektor für Delikte mit unbaren Zahlungsmitteln, „der Kreditkarte gefährlich werden“.

Brennpunkte des organisierten Verbrechens sind Hongkong, Malaysia und Thailand. Allein von diesen drei Ländern aus werden 44 Prozent des in der ganzen Welt verübten Kreditkarten-Betrugs gesteuert. Bevorzugte Opfer sind Touristen und Geschäftsreisende, die in Fernost mit Karte bezahlen. Blitzschnell kopieren Kellner und Hotel-Kassierer in Hinterzimmern die Namen und Kartennummern von den Formularen und speichern die Magnetstreifen mit handelsüblichen Lesegeräten.

Die Daten werden teils auf Kartenrohlinge, teils auf täuschend echt nachgemachte Originalkarten übertragen. Komplizen reisen damit rund um die Welt und kaufen Waren, die sich über Hehler leicht wieder absetzen lassen – Videogeräte, Kameras, Uhren, Schmuck, Parfums. Das Risiko ist gering: Weil die Karteninhaber vom Datenklau nichts ahnen, sind ihre Karten auch nicht gesperrt.

Fahndungserfolge in Europa ergeben sich eher zufällig. Einem Tip aus dem Milieu verdankt die Polizei etwa die Festnahme dreier Chinesen aus Singapur auf dem Osloer Flughafen. Bei ihnen fanden sich in scheinbar originalverschweißten Marlboro-Packungen 25 gefälschte Goldkarten mit codierten Magnetstreifen. Gegen die heimliche Vervielfältigung seiner Kreditkarte ist indes auch nicht gefeit, wer noch nie in Asien war – da braucht einer nur in Deutschland chinesisch gegessen zu haben.

So verkauften die Pächter zweier einschlägiger Restaurants in Königswinter bei Bonn und an der Bergstraße südlich von Darmstadt Kopien der Leistungsbelege nach Malaysia. Schon wenige Tage später tauchten Doubletten der deutschen Kreditkarten im kanadischen Toronto auf. Schaden: fast eine Million Mark.

Mit einer Vielzahl krimineller Methoden verschaffen sich Wohnungseinbrecher, Straßenräuber, Autoknacker und Taschendiebe, aber auch Mitarbeiter der Kartenfirmen und der Post echte Karten. Die werden dann, wie der Erste Kriminalhauptkommissar Heinz Bachmann aus Frankfurt weiß, „meist von Hehlern gesammelt und an internationale kriminelle Organisationen verkauft“.
Das Risiko, mit gestohlenen Kreditkarten an Sperrlisten der Kartenorganisationen zu scheitern, mindern die Ganoven, indem sie die Kartennummer verändern. Kunstfertige Heimwerker schneiden mit Rasierklingen einen Teil der Ziffernfolge aus dem Plastik aus und kleben ihn an anderer Stelle wieder ein. Mit Bügeleisen und Fön glätten Fälscher die ursprünglichen Prägungen auf den PVC-Karten, mit Buchstaben- und Zahlenpunzen stanzen sie neue Daten ein.

Die „wirklich harten Nüsse“ für die Kriminalisten, so Bachmann, sind jedoch die Totalfälschungen, „deren Herstellung sehr aufwendig ist und den Einsatz teurer drucktechnischer Einrichtungen erforderlich macht“. Daß der Aufwand nicht gescheut wird, gilt Bachmann als Beleg für die erklecklichen „Gewinnmargen in diesem Geschäft“.

Bei illegalem Einsatz des Plastikgelds hat der Karteninhaber meist keinen oder allenfalls geringen finanziellen Schaden. Jemand, dem die Karte, durch Diebstahl oder Schusseligkeit, abhanden kommt, muß mit maximal hundert Mark einstehen.
Wegen des minimalen Haftungsrisikos gehen Karteninhaber nach Ansicht der Polizei oft allzu sorglos mit dem Plastikgeld um. Und sie zahlen immer wieder Lehrgeld, wenn sie die Werbesprüche der Plastikpropagandisten wörtlich nehmen.

Wütend und hilflos saßen die USA-Reisenden Uschi Klug und Sigmund Keiditsch aus Berlin in Baltimore fest. Ihr Versuch, Ersatz für eine verlorene Visa-Karte der Berliner Bank zu bekommen, „entwickelte sich zu einer grotesken Mischung von Tragikomödie und Verarschung“.

Drei bis vier Wochen, so der Telefon-Bescheid der heimischen Bank, würde die Übersendung einer Ersatzkarte dauern. Weil das Paar im Vertrauen auf die Kreditkarten-Werbung („Bequemer als bares Geld“) kaum Dollar-Noten mitgenommen hatte, mußte es sich schließlich aus Deutschland Bargeld überweisen lassen – was die Kreditkarte ad absurdum führt.

Auch der inländische Zahlungsverkehr läuft nicht immer so glatt, wie die Reklame glauben macht. „Leute, die auch sonst gute Karten haben“ (Eurocard-Werbung), brauchen mitunter vor allem gute Nerven, wenn sie Falschbuchungen reklamieren. Die Eurocard-Kundin Alexandra Jorzig aus Dortmund hatte in einer Bochumer Boutique zwei Kleidungsstücke gekauft und dafür einen Beleg über 267 Mark unterschrieben. Doch das Modehaus forderte nachträglich noch einmal 79 Mark. Als Nachweis reichte das Textilgeschäft bei der Frankfurter Eurocard-Zentrale drei Kassenbons ein, von denen jedenfalls der dritte keinen erkennbaren Bezug zu der Kundin hatte.

Dennoch belastete Eurocard, ohne Rücksprache, das Kartenkonto der Dortmunderin. Erst nach monatelangem Schriftwechsel gestand Eurocard ein, daß es sich um einen „individuellen Bearbeitungsfehler“ gehandelt habe. Ilona Klose aus Hannover mußte nach mehreren Fehlbuchungen nicht nur Bearbeitungsgebühren für die Rücknahme der Lastschriften bezahlen. Rüde drohte ihr die Eurocard-Zentrale, „daß wir bei nochmaliger Rückgabe dieser Lastschrift unsere Fachabteilung mit der Wahrnehmung von Beitreibungsmaßnahmen beauftragen werden“.

Oft gibt es Streitereien mit Hotels, wenn zum Zimmerpreis nachträglich noch weitere Kosten addiert werden. „Derartige Nachbelastungen“, begründet Susanne Wegerhoff, Pressechefin von American Express, „kommen zum Beispiel aufgrund einer Minibar- oder Telefonrechnung zustande, die im Abreisestreß vergessen wurde.“

Mag sein. Ebensogut können sich allerdings auch Betrüger bedienen. Rainer Metz, Kreditkarten-Spezialist in der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, kennt „viele Fälle, bei denen das Hotelpersonal die Minibar ausräumte oder vom Zimmer aus teure Ferngespräche führte, die dann dem Kartenbesitzer in Rechnung gestellt wurden“.

Die „größten Gemeinheiten“, weiß Metz, sind Nachforderungen von Mietwagen-Firmen, die sich gleich bei der Anmietung eines Autos von der Kreditkarte des Kunden einen Blanko-Abzug machen. In den können sie hinterher jeden beliebigen Betrag einsetzen.
Karteninhaber, die aufgrund ungerechtfertigter Mietwagen-Abrechnungen ihre Einzugsermächtigung widerrufen, werden von Eurocard hochnäsig über die Rechtslage belehrt. „Reklamationen aller Art“ seien „generell an das Unternehmen zu richten“, das „die Belastung veranlaßt“ hat. Kartenkunden seien zudem nicht schlechter gestellt als Barzahler, argumentiert Eurocard, denn die müßten am Schalter des Autovermieters eine Kaution hinterlegen.

Für Barzahler hält sich das Risiko allerdings in überschaubaren Grenzen – schlimmstenfalls sind eben 500 Mark futsch. Wer hingegen erst einmal einen Abzug seiner Plastikkarte hat machen lassen, kann gnadenlos geschröpft werden. Metz: „Unter den Mietwagen-Verleihern muß sich herumgesprochen haben, daß man da Geld abzocken kann.“

Ein heimgekehrter Urlauber ist den angeblichen Ansprüchen eines Verleihers in Übersee wehrlos ausgeliefert. Wegen der großen Distanz oder sprachlicher Schwierigkeiten hat er, so Metz, „keine Chance, sich wirksam mit dem ausländischen Vertragsunternehmen auseinanderzusetzen“. Denn die Kartengesellschaften erfüllen bereitwillig die Forderung der Autoverleiher. So hatte auch die Landesbank Berlin der US-Mietwagenfirma „Dollar Rent-A-Car“ 10 400 Dollar überwiesen, obwohl ihr Visa-Kartenkunde, der Kfz-Mechaniker Ingo Surm, nur einen Beleg über 1400 Dollar unterschrieben hatte. Der Differenzbetrag war wegen eines Unfallschadens, den Fachmann Surm auf „allenfalls 3000 Dollar“ schätzt, nachträglich eingesetzt worden.

Auf Surms Reklamation hin hatte die Landesbank den bereits abgebuchten Betrag von umgerechnet 17 815 Mark seinem Girokonto wieder gutgeschrieben – seit fast zwei Jahren prozessiert das Kreditinstitut gegen den Karteninhaber, der in erster Instanz obsiegte. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt, Kreditkarten seien „ein Zahlungsmittel mit erheblichen Problemen und Fallen“. Doch die Kartenfirmen tun die Kunden-Schelte ebenso ab wie die Klagen der Polizei über mangelhafte Vorbeugung gegen die grassierende Kriminalität.

Noch spielen die Firmen die Verluste herunter, die ihnen durch mißbräuchliche Kartennutzung entstehen. „Nur ein bis zwei Promille vom Umsatz“, räumt Eurocard-Chef Buchal ein. Das wäre immerhin „das Doppelte wie zur höchsten Zeit der Euroscheck-Kriminalität“, wie Ex-BKA-Mann Reichinger vorrechnet. Er ist aber überzeugt: „Wenn in einigen Jahren die Schmerzgrenze erreicht ist, wird sich sicher was ändern.“

Noch ist freilich „das Spannungsverhältnis zwischen Marketing und Sicherheit“, wie Michael Weiß, Direktor im Hamburger Landeskriminalamt, kritisiert, „zu Lasten der Sicherheit gelöst“. Die Betrugsrate steigt, seit es die Kartenfirmen mit der Kunden-Bonität nicht mehr so genau nehmen. Die geringsten Probleme haben noch der Diners Club, der bei 360 000 Mitgliedern stagniert, und auch der langjährige Branchenführer American Express, der gerade mühsam die Millionenschwelle überschritten hat. Raketenhaft hat sich hingegen die Eurocard der deutschen Banken und Sparkassen an die Spitze gesetzt, zur Zeit sind etwa 3,3 Millionen Exemplare im Umlauf. Auch Visa, vor wenigen Jahren in Deutschland noch ein Plastikzwerg, bringt es bereits auf 1,5 Millionen Kunden.

Bei ihrem Wettlauf um Marktanteile werfen die Kreditkarten-Unternehmen ihre bunten Zahl-Kärtchen jedem Interessenten hinterher. Um ihre monatlichen Zielvorgaben zu erfüllen, beklagt Weiß, werden „schon mal Anträge angenommen, die man vor zehn Jahren nicht mit der Zange angefaßt hätte“. Der Kriminaldirektor fordert daher eine sorgfältigere Prüfung der Kartenanträge. Zumindest müsse kontrolliert werden, daß der Antragsteller ein geregeltes Einkommen hat und daß der Wohnsitz stimmt. Aber schon an solchen Banalitäten hapert es.

So kann es passieren, daß eine Kreditkarte in die Obere Kreuzäckerstraße in Frankfurt-Preungesheim versandt wird – Postadresse der Justizvollzugsanstalt. Der Empfänger, ein langjähriger Knacki, war schon so lange aus dem Verkehr gezogen, daß ihn die Schufa, die Selbstschutz-Organisation der Banken, nicht mehr in ihrer Schuldnerdatei führte. Mit erfundenen Namen und gefälschten Verdienstbescheinigungen bestellte ein 45jähriger Kunstschmied aus Berlin diverse Kreditkarten. Ehe der Schwindel aufflog, hatte der Mann Waren im Wert von 50 000 Mark bargeldlos eingekauft und zum halben Preis weiterverscherbelt.

Die Sparkasse Dinslaken stellte einem 18jährigen Schüler eine Eurocard Gold aus und räumte ihm einen Kreditrahmen von 10 000 Mark ein, obschon der Pennäler von seinen Eltern gerade mal hundert Mark Taschengeld im Monat bekam. Mit dem Plastik in der Tasche unternahm der Gymnasiast eine ausgedehnte USA-Reise. Als der Vater die Karte sperren ließ, waren auf dem Kartenkonto bereits 4500 Mark aufgelaufen.

Auch bei der Auswahl der Vertragspartner, fordert LKA-Direktor Weiß, müßten die Kreditkarten-Unternehmen „einen kritischen Maßstab anlegen“. Hier sei „die Nahtstelle zur organisierten Kriminalität“. Immer häufiger versuchten Kriminelle „in betrügerischer Absicht“, Partner der Kartenorganisationen zu werden. Die Polizei moniert vor allem, daß die Kartenaussteller keine Vorkehrungen treffen, um ihr Plastikgeld sicher zu den Empfängern zu transportieren. Kreditkarten werden, um Porto zu sparen, mit einfacher Post versandt.

Das Abgreifen neuer Kreditkarten ist laut Weiß „in professionellen Kreisen besonders beliebt“. Diebe haben mit solchen Karten besonders leichtes Spiel – sie können in der eigenen Handschrift mit falschen Namen unterschreiben. Die Karten per Einschreiben zu verschicken ist den Plastikgeld-Herstellern zu aufwendig. Zudem sei auf diese Weise, argumentiert Diners-Manager Heiss fatalistisch, gegen „kriminelle Elemente bei der Post“ nichts auszurichten.

Jede Aushilfskraft in den Sortierstellen weiß, was die neutralen Kuverts ohne Absenderangabe enthalten. Eine 44jährige Berlinerin konnte in ihrer Dienststelle im Postamt Schöneberg zwei Jahre lang unbehelligt Kartenbriefe öffnen. Mit mindestens 30 gestohlenen Kreditkarten kaufte die Frau Kleidung, Schmuck und Kosmetika für gut 250 000 Mark ein. Ein anderer Berliner Postler hatte rund 120 Kreditkarten aus den Briefen gefingert und zum Teil an Bekannte weiterverkauft.

Die Kartenfirmen nehmen denn auch auf Anhieb für bare Münze, wenn jemand behauptet, die neue Karte sei nicht angekommen. Es fällt daher auch nicht schwer, einen Postwegverlust nur vorzutäuschen und gleichwohl mit der Karte einzukaufen. Ganze Banden arbeiten nach dieser Methode. So kaufte eine im Sommer vergangenen Jahres aufgeflogene elfköpfige Gang, die vor allem in Berlin und im Raum Düsseldorf operierte, mit den angeblich nicht erhaltenen Kreditkarten innerhalb von zwei Jahren für mehr als 400 000 Mark ein.

Der „Verführung aus Plastik“, vor der ein Faltblatt der Düsseldorfer Verbraucherzentrale warnt, erliegen auch viele, die eine Kreditkarte rechtmäßig erworben haben. Mit keinem anderen Zahlungsmittel, sagt Konsumentenberater Metz, „kann man sich so rasch, so tief und so sinnlos verschulden“. Ein böses Erwachen gab es für einen Frankfurter, der im Rotlicht-Viertel von Bardamen zu großzügigen Champagner-Runden animiert worden war. Die muntere Nacht kostete ihn 33 000 Mark. Vergebens klagte der Geneppte gegen die Kreditkarten-Firma, die ihn, wie er meint, vor der kostspieligen Sause durch Sperrung des Kartenkontos hätte bewahren müssen.

Wenn eine Lebensgemeinschaft in die Brüche geht, versüßt sich so mancher Ex-Partner den Trennungsschmerz durch exzessive Einkäufe. Der Inhaber der Hauptkarte haftet gesamtschuldnerisch – eine Klausel, deren Brisanz vielfach verkannt wird. „Der Zündstoff steckt im Kleingedruckten“, mahnt die Stiftung Warentest zur Vorsicht. Schamhaft verstecken die Kartenausgeber in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Auskünfte darüber, was sie für ihre Leistungen nebenbei noch verlangen.

Professor Oswald Hahn, Leiter des Betriebswirtschaftlichen Instituts an der Universität Erlangen-Nürnberg, erhob in der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen den Vorwurf einer „Manipulation der Devisenkursabrechnung“. Bei den Kreditkarten-Unternehmen werde „mit versteckten Gewinnanteilen gearbeitet“. Auf jeden Fall wird beim Umrechnen in fremde Währungen eine – nirgendwo exakt ausgewiesene – Pauschale von einem bis anderthalb Prozent draufgeschlagen. Auch den Bargeldservice lassen sich die Kreditkarten-Unternehmen großzügig honorieren.

Für Abhebungen am Bankschalter oder einem Geldautomaten berechnen sie meist drei bis vier Prozent des Auszahlungsbetrags als Gebühren – macht bei 400 Mark schon mal 12 oder 16 Mark. Wer über den gleichen Betrag einen Euroscheck einlöst, bezahlt im Inland dafür höchstens 3 Mark. Über die Höhe der Extrakosten machen die Kartenunternehmen meist nur vage Angaben. Von einem „angemessenen Entgelt“ ist in den Geschäftsbedingungen der Eurocard die Rede, der Diners Club teilt lediglich mit, für die Bargeldauszahlung werde „dem Mitglied eine Gebühr berechnet“. Obendrein halten es die Gesellschaften (Ausnahme: Eurocard) nicht für nötig, ihre AGB neuen Kunden schon vor Antragstellung bekanntzugeben.

Erfolgreich prozessierte die Düsseldorfer Verbraucherzentrale im vorigen Jahr gegen den Diners Club. Das Landgericht Frankfurt erklärte die Gummiklausel für unwirksam, denn es hänge „damit letztlich von willkürlichen Entscheidungen“ der Kartenfirma ab, „mit welchem Betrag sie den Kunden zur Kasse bittet“. Apart ist die Argumentation von American Express, warum sie ihre AGB nicht gleich den Kartenanträgen beifügt. Das sei zuviel Papier: Die AGB füllten „eine ganze DIN-A4-Seite“ aus, „deren genereller Abdruck würde auf eine erhebliche Materialverschwendung und Verteuerung der Werbung hinauslaufen“.

Das Frankfurter Landgericht ließ die Ausrede nicht gelten: Das Kleingedruckte müsse dem Kunden ausgehändigt werden, bevor er seine Unterschrift unter den Antrag setzt. Ohne gültige Geschäftsbedingungen, folgert die Düsseldorfer Verbraucherzentrale, brauchen Kartenkunden die in den AGB geregelten Sondergebühren nicht zu bezahlen.Für höchst unterschiedliche Jahresbeiträge kann der potentielle Kunde unter einer Vielzahl von Kreditkarten-Offerten wählen. Sie unterscheiden sich vor allem dadurch, daß sie mit allerlei Service-Schnickschnack und Versicherungs-Wirrwarr garniert sind. Für den Verbraucher, urteilt Konsumentenberater Metz, sei „kaum durchschaubar, wo substantielle Unterschiede sind“.

Neben einer Standard-Version, von 30 Mark an aufwärts, bieten die meisten Gesellschaften eine teurere Karte an. Nur der Diners Club (Jahresgebühr: 150 Mark) kennt keine Zwei-Klassen-Gesellschaft: „Unsere Karte“, sagt Bernd Heiss, „ist außen Plastik und innen Gold.“ Die Goldkarten befriedigen vor allem das Prestige-Bedürfnis ihrer Besitzer, die sich zwanglos als Besserverdienende zu erkennen geben können. Die Visa-Premier-Karte, umschreibt Marketing-Chef Lutz H. Schminke die Zielgruppe, sei „für eine anspruchsvollere Klientel, die ihre Lebenseinstellung dokumentieren möchte“.

Den originären Zweck, bargeldlos zu bezahlen, erfüllen auch die Billig-Versionen. Mit einer Diners-Karte und selbst mit der Standard-Ausführung von American Express ist dem Kaufrausch nicht einmal eine Grenze gesetzt. Bei einem Einkaufsbummel in Paris erstand beispielsweise ein deutscher American-Express-Kunde mit einer einzigen Unterschrift bei Cartier Schmuck für 140 000 Mark. Der Ausgabefreudigkeit mit Plastikgeld von Eurocard und Visa sind hingegen individuelle Kreditgrenzen gezogen. Ist der Verfügungsrahmen erschöpft, wird die Karte unweigerlich gesperrt. Das führt mitunter zu mißlichen Situationen, wenn jemand die Hotelrechnung nicht mehr bezahlen kann, weil die Kartenzentrale kein Okay gibt.

Zudem kennen viele Eurocard-Kunden ihr Limit nicht, weil die ausgebende Bank es ihnen nicht mitgeteilt hat. Irrigerweise glauben sie, es sei mit dem Dispositionskredit des Girokontos identisch – und fallen aus allen Wolken, wenn sie auf Reisen plötzlich wie Zechpreller dastehen. Mit den Karten kombiniert sind meist „Versicherungen gegen Tod und Teufel“ (Heiss), die in Wahrheit kaum jemand haben will. Bei einer Umfrage der Stiftung Warentest nannten nur zwei Prozent die Versicherungen als Grund, eine Kreditkarte zu erwerben. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen rügte in einem Rundschreiben (Titel: „Grundsätze zur Verbindung von Waren- und Dienstleistungsgeschäften mit Versicherungsschutz“) die zwangsweise Koppelung von Kreditkarten und Assekuranz, die kaum mehr als ein Werbegag ist.

Schon 1908 mußte sich das damals kaiserliche Reichsaufsichtsamt mit dem Fall beschäftigen, daß eine Knopffabrik jeden tödlich verunglückten Träger eines ihrer Knöpfe mit 1000 Reichsmark versicherte. Auch ein Margarine-Hersteller kam schon auf die Idee, sein Pflanzenfett mit einer Unfallpolice anzureichern. Die Reisegepäckversicherung, die Eurocard Gold bietet, ist nur eine etwas angereicherte Kofferverlustversicherung. Die vom Diners Club vollmundig so genannte „Reise-Service-Versicherung Assistance“ ist nichts anderes als eine leicht verbesserte Flugrückholkosten-Versicherung.

Womöglich bringt sich ein Kreditkarten-Kunde sogar noch unwissentlich um einen bereits bestehenden, aber besseren Versicherungsschutz. Bei vielen Krankenhaustagegeld-Versicherungen verpflichtet sich der Versicherte, den Abschluß weiterer Tagegeld-Versicherungen dem Erstversicherer zu melden, andernfalls kann der im Ernstfall die Leistung verweigern. Im Ernstfall ist von den Versicherungen nicht viel zu erwarten. Übertriebene Hoffnungen weckte die Werbung für „Shop Garant“ von American Express: Alles, was mit der Karte bezahlt wurde, sollte 90 Tage gegen Verlust, Diebstahl oder Beschädigung versichert sein. Zuvor mußten allerdings die eigene Hausrat-, Reisegepäck-, Schmuck- oder Pelzversicherung in Anspruch genommen werden. „Nur sehr selten“, kritisiert Verbraucher-Jurist Metz, „enthalten die Prospekte und Antragsunterlagen detaillierte Angaben über Art, Umfang und Höhe der angebotenen Versicherungen, vor allem fehlen Informationen über die exakten Anspruchsvoraussetzungen.“ _(* In einer Filiale des Hamburger ) _(Schuhhauses Görtz. )

So wird dem Kunden suggeriert, er sei durch die Kreditkarte weltweit über eine Reiseunfallversicherung bis zu 500 000 Mark abgesichert. Nicht erwähnt wird, daß dies nur für den Fall der Vollinvalidität gilt. Oder: In einem Prospekt wird eine „Krankenversicherung, 1.-Klasse-Status mit freier Arzt- und Krankenhauswahl“ angepriesen, aber nicht vermerkt, daß dieser Schutz im Inland ausgeklammert ist. Das Gebaren der Kreditkarten-Firmen verärgert auch immer wieder Geschäftsleute – wie etwa die Wirtin der Berliner „Leibniz-Klause“. Dort hatte ein Gast für 300 Mark gespeist und mit seiner Eurocard bezahlt. Der Beleg war längst abgerechnet, als Eurocard das Geld zurückbuchte – Grund: „Der Karteninhaber verweigert die Bezahlung der Umsätze mit der Begründung, daß er zum Zeitpunkt der Transaktion geschäftsunfähig gewesen sei.“

Zum Beweis hatte der Kneipengast bei Eurocard ein psychiatrisches Gutachten eingereicht, das ihm bescheinigte, nach seiner Scheidung infolge „manischer Dekompensation“ in einen „Kaufrausch“ verfallen zu sein. „Aufgrund seiner psychotischen Erkrankung“ habe er sich „in einem Zustand vorübergehender Störung der Geistestätigkeit“ befunden. Die ärztliche Diagnose reichte Eurocard, unsensibel für den Datenschutz, an die Gaststätte weiter. Die Wirtin kündigte umgehend die Verträge mit allen Kartenfirmen.
Auch manchem Händler, dessen Schaufenster mit Kartensignets vollgekleistert ist, sind die bunten Kärtchen keineswegs willkommen. Langjährige Partner lösen die Verträge. „Der Handel“, erkannte die Branchen-Zeitschrift A la Carte, „hat“s lieber cash in der Kasse.“

Pfiffige Käufer handeln bis zu fünf Prozent Rabatt aus, wenn sie sich auf Barzahlung einlassen. Die Kungelei ist zwar vertragswidrig, aber für Kaufmann und Kunden profitabel. Die verbreitete Abneigung gegen Kreditkarten rührt vor allem daher, daß die Kartenfirmen bei jedem Einkauf mitkassieren. Sie verlangen, je nach Branche, ein Disagio, das meist zwischen knapp 3 und 5,5 Prozent des Kaufpreises liegt. Besonders ungern sind die American-Express-Karten gesehen, weil dieses Unternehmen im Durchschnitt einen Prozentpunkt mehr einbehält als die Konkurrenz.

Ausgerechnet in den USA, dem Mutterland der Kreditkarte, sind viele Tankstellen dazu übergegangen, Barzahlern einen Rabatt zu gewähren. Auch in Deutschland wird das Zwei-Preise-System bereits diskutiert. Einstweilen werden die Kartenprovisionen auf die Verkaufspreise aufgeschlagen. Die Mehrkosten müssen mithin auch diejenigen tragen, die keine Kreditkarten haben wollen – oder keine bekommen: die sozial Schwachen.

Für Eurocard-Chef Buchal gelten Plastikkarten zwar als „Zahlungsmittel der Zukunft“. Die überwiegend gebräuchliche Technik aber ist noch von gestern. Nach der vom Diners Club gepflegten Legende wurde die Kreditkarte im Februar 1950 erfunden: Der New Yorker Geschäftsmann Frank McNamara hatte in einem New Yorker Restaurant die Zeche nicht bezahlen können, weil er seine Brieftasche vergessen hatte. Er sann auf Abhilfe, wie solche Liquiditätsengpässe ein für allemal vermieden werden könnten – und gründete den Diners Club.

Am Prinzip hat sich seither wenig geändert – nur daß die Karte nicht mehr aus Pappe, sondern aus Plastik ist. Der mechanische „Imprinter“, mit dem die erhaben geprägten Kartendaten auf papierene Belegformulare übertragen werden, funktioniert auf die gleiche Weise wie Gutenbergs Druckpresse um 1450. „In einer modernen Industriewirtschaft“, erkannte der Visa-Marketingchef Jan Hendrikx, „hat diese Ritsch-Ratsch-Geschichte mit dem Papier keine Zukunft.“

Derzeit sind erst etwa 20 000 Verkaufsstellen mit Magnetkarten-Telefonen („Makatel“) oder elektronischen ACS-Terminals („All Card System“) ausgerüstet, die beim Bezahlen eine direkte Verbindung zu den Autorisierungszentralen der Kreditkarten-Unternehmen herstellen. Die Händler halten sich mit den Anschaffungen zurück, weil die Kartenorganisationen ihnen einseitig die Kosten aufbürden – Monatsmiete fürs Makatel: 50 Mark, Kaufpreis für ACS: 20 000 Mark.

Eurocard-Chef Buchal warnt allerdings davor, „von der Technisierung des Systems Wunder zu erwarten“. Ob der Kunde, der eine Karte vorlegt, der rechtmäßige Inhaber sei, lasse sich eben nicht an der Karte erkennen – es sei denn, ein Foto wäre aufgedruckt. Buchal meint, nur in der Kombination von drei Prüfverfahren könnten die Kreditkarten-Risiken beherrscht werden: *___Eine direkte elektronische Verbindung von der ____Ladenkasse zum Kartenkonto („Online-Autorisierung“) ____wäre „die optimale Lösung zur Bonitätssteuerung“. *___Die Identität des Kartenkunden müsse mittels Ausweis ____geprüft werden, ersatzweise durch Eingabe einer ____Geheimnummer, der sogenannten PIN, wobei Buchal ____allerdings „bezweifelt, daß die sich weltweit ____durchsetzen läßt“. *___Kartenfälschungen könnten durch neue Drucktechniken und ____Sicherheitsmerkmale in der Karte zumindest erschwert ____werden.

Eine neue Generation der Eurocard, die seit einem Jahr sukzessive die alte ersetzt, verfügt immerhin über einige integrierte Fälschungshemmnisse. Die auf der Vorderseite geprägte Kartennummer wird zusätzlich auf den rückseitigen Unterschriftsstreifen gedruckt. Der besteht aus einem neu entwickelten Papier, das sich verfärbt, wenn jemand daran manipuliert. Außerdem enthält die neue Eurocard ein Länder-Kennzeichen, das mit einem besonderen Prägestempel hergestellt wird, der von den ansonsten standardisierten – und daher leicht zu fälschenden – Ziffern abweicht.

Die „Idealvorstellung“ des BKA-Experten Reichinger ist „die Chipkarte, die sofort abbucht und sich bei Überschreiten der Kreditlinie selbst sperrt“. Das dauert wohl, wie Eurocard-Geschäftsführer Buchal schätzt, noch an die fünf Jahre, bis die Karte mit eingebautem Chip einsatzfähig ist. Dann allerdings wäre auch der Charme der herkömmlichen Kreditkarte dahin: Ein gewichtiges Werbeargument war stets der Zinsgewinn, der dadurch entstand, daß zwischen Einkauf und Bezahlung mehrere Wochen, oft sogar Monate vergingen.

Die Zeitspanne ist, dank moderner Kommunikationstechnik, bisher schon arg geschrumpft. Wenn jedoch bei jedem Einkauf mit Plastik sofort das Geld vom Girokonto abgezogen wird, trägt die Kreditkarte ihren Namen zu Unrecht – es gibt nix mehr auf Pump.
* American Express in Frankfurt. * In einer Filiale des Hamburger Schuhhauses Görtz.

Quelle : http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681683.html