Wenn alle noch schnell dabei sein wollen: Das „McDonalds“ des Bitcoin-Handels mit 800.000 neuen Nutzern in nur drei Wochen

Wenn ein Hype explodiert, und die Kurse immer weiter steigen, ist es egal ob es überhaupt einen Grund für den Anstieg gibt. Alle wollen einfach nur noch schnell dabei sein. Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man die jüngsten Zahlen einer bedeutenden „Börse“ für Bitcoins und Ethereum betrachtet. „Coinbase“ ist eher ein Market Maker als eine Börse, eher eine Art Handelsplattform, wo man sich als User direkt anmelden, und zügig drauf los handeln kann.

Wegen der Einfachheit und beschränkter Handelsmöglichkeiten (keine Limit-Orders und kein Shorten möglich) bezeichnen alt eingesessene Bitcoin-User und einige Trader Coinbase auch als das McDonalds des Bitcoin-Handels, was man positiv wie auch negativ betrachten kann. Aber wohl wegen seiner Schlichtheit stürmen die User Coinbase mit einem Zuwachs von 800.000 neuen Nutzern alleine in den letzten drei Wochen im August.

Somit hat man nur bei Coinbase jüngst die Marke von 10 Millionen Nutzern erreicht. Der jüngste Zuwachs liegt wohl daran (ohhh Wunder), dass der Bitcoin-Preis immer weiter explodierte auf knapp 5.000 Dollar. Erst letzten Monat hatte Coinbase als Unternehmen 100 Millionen Dollar weitere Investorengelder eingesammelt, und wurde damit laut „Cryptocoinnews“ zum ersten „Unicorn“ der Branche – also zum ersten Handelsanbieter für Kryptowährungen, dessen Firmenwert (basierend auf Kaufpreisen von Firmenanteilen) die Milliarde Dollar überschreitet als noch nicht börsennotiertes Unternehmen.

So ein schnelles Wachstum bringt natürlich auch Probleme mit sich. Gab es bei der US-Verbraucherschutzbehörde „Consumer Financial Protection Bureau“ (CFPB) im letzten Jahr nur 6 Beschwerden über Coinbase als Unternehmen, waren es in 2017 bis dato bereits 288 Beschwerden – also ein Zuwachs von 4700%. Und das Jahr läuft ja noch! Hauptsächlich ging es bei den Beschwerden um die Nicht-Erreichbarkeit des Systems, vor allem wenn die Kurse bei Bitcoins und Ethereum schnell fielen.

Das ist das Schlimmste für Trader, wenn sie technisch nicht in der Lage sind zu verkaufen, wenn die Kurse fallen! Dann muss man dem Wertverlust der eigenen Geldanlage hilflos zuschauen. Aber was sind schon 288 Beschwerden bei Verbraucherschützern in Relation zu 800.000 neuen Kunden in nur 3 Wochen? Wenn die Krypto-Blase erst mal eine Weile so weitergeht, könnte die noch viel größere Blase folgen, so meinen wir. Denn diese vorbörslichen Investoren, die ihr Geld in das Eigenkapital von Coinbase gepumpt haben, tun dies ja nur, weil sie die Aussicht auf einen Börsengang des Unternehmens haben.

Wir wetten mal: Diese Investoren wollen nicht, dass Coinbase ein „ICO“ macht (also Börsengang in Kryptowährung). Nein, da möchte man sicher einen Erlös in echten US-Dollars haben. Und wie gesagt, wenn der Hype erst einmal weitergeht, wie stark könnten sich Investoren in der Zeichnung oder direkt nach dem Start des Börsenhandels auf Coinbase-Aktien stürzen? Das wäre dann der Hype auf den Hype.
Quelle: FMW-Redaktion
6. September 2017 11:05 Uhr